Sonstige Prinzipien

Therapeutische Prinzipien und Methoden des Bodynamic Ansatzes

Alle wichtigen therapeutischen Modalitäten des Bodynamic Ansatzes, wie z.B. die Charakterstrukturen, Ego Funktionen, Schock-Trauma und die “Körperkarte” (Bodymap) beziehen den Körper in den

therapeutischen Prozess mit ein.

Die Liste unserer somatisch-verbalen “Tools” ist lang und beinhaltet u.a.:

  • Aktives Wahrnehmen (Active Sensing); Weiterentwickelt aus Carl Rogers “Aktivem Zuhören”.
  • Körperbewusstsein (Body Awareness); Beinhaltet Body Sensing, Body Experiencing, Body Emotions/Expression and Body Regression); Die Theorie und Praxis wird in großen Teilen Dänemarks seit 1950 angewendet.
  • Körperlesen und “Haltungsspiegelung” (Body Reading and Postural Mirroring).
  • Psychodynamische Übungen und “Grenzsetzungsübungen” (Boundary exercises).
  • Wahrnehmen und Verstehen von Bewegungsmustern des Reflexsystems
  • Impulse befreien, die im Körper “blockiert” sind
  • Anwendung von physischem Widerstand (movements and counter movements), um die Spannungsmuster des Körpers zu verändern.

All diese somatisch-verbalen “Tools” helfen dem Klienten, neue Ressourcen hinsichtlich psychmotorischer wie kognitiver Handlungen zu entwickeln.

Der Körper ist eine unaufhörliche Quelle zuverlässiger Informationen, die den psychologischen Prozess maßgeblich unterstützen können. Hierbei setzt das Bodynamic System sowohl unterstützende Berührung als auch die “Aktivierung” einzelner Muskeln oder einer Gruppe von Muskeln ein, um diesen Prozess zu fördern.
Das genaue Wissen um die psychologische “Funktion” jedes einzelnen Muskels macht es auf eine sehr direkte Art und Weise möglich, die Themen und Informationen an die Oberfläche zu bringen, die gerade für die Lösung eines therapeutischen Prozesses notwendig sind.
Ein weiterer Vorteil ist, dass der Therapeut im Laufe der Sitzung den Prozess anhand körperlicher Signale (visuell und durch Berührung) verfolgen und überprüfen kann. Wenn er z.B. mit einem Thema arbeitet, das mit Grenzen zu tun hat, kann er den seitlichen Delta Muskel auf beiden Seiten palpieren, um so dieses Thema körperlich/­muskulär zu “provozieren”. Jeder bedeutsame Fortschritt bei dem Thema “Grenzen” wird unvermeidlich auch den Tonus des betreffenden Muskels sowie die Köper­haltung verändern.
Einem geübten Therapeuten kann die Veränderung des Muskeltonus zu jedem Zeitpunkt präzise Informationen darüber geben, wie der psychologische Prozess verläuft.

Aktives Wahrnehmen (“Active Sensing”)

Aktives Wahrnehmen stellt einerseits ein fundamentales Prinzip und gleichzeitig auch eine therapeutische Methode der Bodynamic Analyse dar. Viele psychotherapeutische Ansätze gründen ihr Verständnis des therapeutischen Prozesses auf den mentalen Repräsentationen des Klienten und des Therapeuten, welche relevant oder auch nicht relevant für eine bestimmte Phase des therapeutischen Prozesses sein können.

Die Bodynamic Analyse benutzt aktives Wahrnehmen, eine Echtzeit Methode, die ein authentisches und präzises Verständnis der eigentlichen Körper-Verstand Vorgänge und Zustände in jedem Moment des therapeutischen Prozesses erlaubt. Aktives Wahrnehmen bietet eine solide Basis für die Interaktion und ein “geerdetes Containment” für Emotionen.

Ursprünglich benutzten wir Carl Rogers Aktives Zuhören, wie wir es gelernt hatten. Später versuchten wir sein Modell zu verbessern, indem wir unser präzises Wissen um den Körper miteinbezogen. Dabei erhöhten wir die Effektivität des Aktiven Zuhören, indem wir Fragen und Instruktionen bezogen auf den Bodyknot (siehe folgender Absatz) hinzufügten.