Über PTBS

Arbeit mit Schock/Trauma und Posttraumatischem Belastungssyndrom

Der Bodynamic Ansatz bezieht den Körper auf eine natürliche und direkte Art und Weise bei der Arbeit mit Schock-Trauma und PTB Syndrom mit ein.
Dabei geht es nicht nur darum, mit dem Ursprung des Traumas und seinen Folgen zu arbeiten. Sondern dem Klienten auch dabei behilflich zu sein, neue kognitive, psychosoziale und somatische Ressourcen für sein Leben zu entwickeln.

Ziel ist es, dass der Klient präsent und fokussiert im Kontakt mit anderen Mitmenschen bleiben kann, während er gleichzeitig gelernt hat, die erhöhten Stress- und Erregungszu­stän­den der traumatischen Erfahrung zu “containen”, d.h. körperlich und emotional zu “halten”.

Da unser Konzept der gegenseitigen Verbundenheit und der individuellen Würde auch die Grundlage für unsere Arbeit mit Schock/Trauma bildet, liegt unser Fokus auf der Schnittstelle von Bindung (attachment theory), Trauma und entwicklungsorientierter Arbeit.

Viele Jahre der Erfahrung in der Behandlung von traumatischen Erlebnissen und Schock/Trauma, nicht zuletzt in akuten Krisengebieten wie z.B. in Bürgerkriegzonen wie in Ex-Jugoslawien, haben Bodynamic dabei geholfen, einen multdimensionalen Ansatz bei der Behandlung von Schock/Trauma und PTBS Symptomen zu entwickeln.
Das Bodynamic Team hat seine klinischen Beobachtungen und Erfahrungen dieser Arbeit ausgewertet und dann entsprechende Methoden optimiert, die verschiedenen therapeutische Aspekte und Ziele beinhalten:

  • PTBS Symptomatik wie Hypervigilanz, Flashbacks, Schlafstörungen, somatoforme Störungen und zwanghaftes Denken in Zusammenhang mit traumatischen Situationen zu reduzieren bzw. kontrollieren zu lernen.
  • Dissoziation verstehen und erkennen lernen
  • Blockierte Impulse im Körper reaktivieren
  • Lebensverändernde Entscheidungen, die in der traumatischen Erfahrung getroffen wurden, zu erkennen und wieder rückgängig zu machen
  • Den Körper direkt in die Arbeit mit PTSB mit einzubeziehen, indem Methoden wie Körperwahrnehmung oder die Arbeit an bestimmten Bewegungsmustern des Reflexsystems angewendet werden
  • Den Klienten dabei zu unterstützen, Flucht-, Kampf- und Orientierungs­reflexe wieder herzustellen
  • Dem Klienten dabei zu helfen, sich die Peak-Erfahrung und die Qualitäten die damit verbunden sind und die in dem traumatischen Erlebnis einge­schlossen sind, wieder zugänglich zu machen

“Letztendlich können Worte nicht entscheidend dazu beitragen, die desorganisierten Sinneswahrnehmungen und Bewegungsmuster, die den Kern des Traumas bilden, zu integrieren. In dem Augenblick, in dem du deinen Körper nicht spürst, bist du nicht wirklich präsent. Denn der Körper ist in Wirklichkeit die Basis für alle Lebendigkeit und ein gesundes Denken und Fühlen. Solange die Menschen ihren Körper nicht spüren, verschwenden wir ihre und unsere Zeit. Sich wieder im eigenen Körper zuhause zu fühlen muss deshalb die erste Priorität haben. Wenn wir ihnen dabei nicht behilflich sein können, können wir ihnen nicht wirklich helfen.”
Bessel van der Kolk, ehemals Präsident der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung von Traumata, Auszug aus “Die Grenzen verbaler Therapie” im “Psychotherapy Networker 2002”.

“Peak” Erfahrungen und Transpersonale Realität 

Bodynamic und im Besonderen Erik Jarlnaes, erforschen das Phänomen der “Peak” Erfahrung seit Beginn der achtziger Jahren als eine Einführung in das Wissen der transpersonalen Realität und als eine Möglichkeit, über das Selbst hinauszugehen. Wie auch Maslow sehen wir die “Peak” Erfahrung als eine positive und kraftvolle Energie.
Wenn wir mit “Peak” Erfahrungen arbeiten, arbeiten wir mit einer einzigartigen Er­fahrung, die jenseits des Gewöhnlichen liegt. Es ist die Mühe Wert, diese Erfahrungen zu erforschen, weil sie wunderbare, kostbare Momente sind. Indem wir dem Klienten helfen, die Faktoren zu begreifen, die zu der “Peak” Erfahrung führten, schaffen wir die Möglichkeit, eine höhere Lebensqualität zu erreichen.
Durch einen besonderen “Peak” Interview Prozess, erinnert der Klient frühere “Peak” Erfahrungen und kommt dadurch mit den verschiedenen Elementen der “Peak” Erfahrung wieder in Berührung. So kann er diese Zustände der Ekstase und der Glückseligkeit wieder erfahren und zwar dieses Mal im Körper. Eine weitere kognitive Exploration der Erfahrung kann den Klienten entweder neue Einsichten in die Art und Weise geben, wie sie ihr Leben jetzt leben. Oder, die Möglichkeit, diese neuen Elemente, die die Lebensqualität des Individuums und der Menschen, die mit ihm verbunden sind, erhöhen mit einzubeziehen. Seit 25 Jahren berichten Klienten in ihren Interviews von dieser Art von Erfahrungen.

Wenn wir verstehen, dass jeder Schockerfahrung eine “Peak” Erfahrung innewohnt, können wir dieses Wissen mit in unseren Schock/Trauma Ansatz mit einbeziehen. Wenn wir in der Arbeit mit Schock die “Peak” Erfahrung mit einbeziehen, finden die Klienten auf diese Art und Weise die Qualitäten und Ressourcen, die ihr Überleben in der Schocksituation sichergestellt haben. In “Peak” Erfahrungen erleben wir Zustände der Freude und Glückseligkeit. Es kann wie ein Widerspruch erscheinen, dass man intensive Angst oder Horror und Glückseligkeit zur gleichen Zeit empfindet, aber es ist so; Wenn wir dies in unsere Arbeit mit einbeziehen, kann uns das helfen, unsere individuelle Würde und auch unsere Stärke aus der Schockerfahrung zurückzugewin­nen.
Der Bodynamic Ansatz hilft Menschen, wieder Hoffnung zu finden, und sich mit den unbewussten Entscheidungen, die sie während einer Schockerfahrung getroffen haben, auseinanderzusetzen, damit sie diese Entscheidung noch einmal überdenken und bewusst eine neue Entscheidung treffen können. Dies ist für die Auflösung einer bestimmten Schockerfahrung von großer Wichtigkeit.

Instinkte, Emotionen und Stimmungen

Teil eines umfassenden Verständnisses bei der Heilung von Schock beinhaltet auch die Exploration der Verknüpften Muster von Instinkten, Emotionen und Stimmungen als Teil der menschlichen Erfahrung.

Die Gehirnforschung hat gezeigt, dass Instinkte Reaktionen sind, die mit Aktivitäten im ältesten Teil des Gehirns – des Gehirnstamms zu tun haben. Wir reagieren in Situationen instinktiv, in denen das Ego nicht mehr mit den hoch intensiven Energien, die in Schock-Trauma Situationen, wie z.B. in Terrorsituationen oder in Situationen, in denen das Leben akut bedroht ist, auftreten, fertig wird.

Emotionen sind grundlegende Reaktionen, um mit Interaktionen in der Welt umzugehen und diese zu regulieren. Emotionen existieren bei allen Säugetieren. Sie sind mit Gehirnaktivitäten im lymbischen System, die Amygdala und den Hypocampus mit eingeschlossen, verbunden.

Stimmungen beinhalten eine Kombination aus einer oder mehreren grundlegenden Emotionen, die im Kortex generiert werden, und in Gedanken und Worten ausgedrückt werden.

Wenn wir die Beziehung dieser drei Gehirnregionen zueinander untersuchen, können wir unsere Reaktion auf Schlüsselauslöser, wie z.B. bestimmte Situationen, Erinnerungen und Worte , besser verstehen. Jede Region kann die Quelle innerer Führung und Stärke sein, uns aber auch überwältigen und kontrollieren. Ein Teil des Bodynamic Verständnisses von Therapie ist, dass wir lernen, unsere Energie zu kontrollieren, und dass Emotionen und Instinkte Teil unserer inneren Führung sind, bis wir sie soweit entwickelt haben, dass sie zu einer Ressource werden, und unsere Möglichkeiten des Selbstausdrucks vergrößern.